In der Schweizer Musikszene ist Nicole Tejada schon lange bekannt. Sie hat mit unzähligen nationalen und internationalen Künstlern zusammengearbeitet. Neu bietet sie in Zusammenarbeit mit Instrumentor Complete Vocal Technique (CVT)-Workshops in Zürich an.

Als eine von 14 „Authorised Complete Vocal Technique Teachers“ in der Schweiz beantwortet Nicole im Folgenden die wichtigsten Fragen dazu.

Was ist CVT und was sind ihre Vorteile?
Die Technik ist wissenschaftlich fundiert, konkret und dadurch einfach fassbar. Jeder Sound, der die menschliche Stimme erzeugen kann, besetzt einen Begriff und jeder Begriff hat nur eine Bedeutung. So werden Missverständnisse zwischen SchülerIn und LehrerIn minimiert und so die Kommunikation vereinfacht. Die Technik wird zusammen mit HNO-Ärzten laufend evaluiert und von hunderten von SängerInnen und GesangslehrerInnen erprobt und diskutiert.

Wann und wie hast du das erste Mal von Complete Vocal Technique (CVT) gehört?
Vor sechs Jahren hat eine Freundin davon erzählt. Ich habe dann das Buch bestellt und gelesen. Da stand drin, dass jede Person alles singen kann und alle Sounds lernen kann, die sie sich wünscht. Das machte mich neugierig und ich wollte mehr darüber erfahren. So meldete ich mich für den nächsten CVT-Kurs in Zürich an.

Warum hast du dich entschieden, eine CVT-Ausbildung zu machen?
Ich hatte zuvor immer wieder mit Stimmproblemen zu kämpfen. Weder Logopäden noch spezialisierte Gesangscoaches konnten mir wirklich helfen. Während des CVT-Kurses in Zürich konnte mir der Lehrer bereits nach der ersten Session sagen, was ich falsch mache! Ich habe seine Tipps befolgt und konnte meine Stimmgesundheit schon nach 3 Wochen massiv verbessern. Natürlich hatte ich so auch generell gesanglich plötzlich viel mehr Reserve. Am letzten Tag des Kurses wusste ich, dass ich noch viel mehr über diese Technik lernen wollte und war wissenshungrig wie nie zuvor. So habe ich mich entschieden, die Ausbildung am Complete Vocal Institute in Dänemark zu machen.

Ist CVT für AnfängerInnen und Fortgeschrittene hilfreich?
CVT ist sowohl für AnfängerInnen, wie auch für Fortgeschrittene eine sehr hilfreiche Technik.

Für AngängerInnen ist die Philosophie, dass man grundsätzlich alles lernen kann, sehr ermunternd. Mit Vorurteilen wie „ es gibt Stimmen die nicht hoch singen können“ oder „du kannst nicht beeinflussen, wie deine Stimme tönt“, wird schnell aufgeräumt.
Fortgeschrittene SängerInnen haben meistens schon ein gutes Gefühl von ihrem Instrument und können in der Regel die verschiedenen Übungen sehr schnell umsetzen. Man kann tiefer in die Materie eintauchen und an schwierigeren Techniken arbeiten, wie z.B Belten, Effekten oder komplexen Übergängen. So lernen sie neue Facetten an ihrer Stimme kennen, die sie vielleicht so vorher nicht kannten oder nicht wussten, dass sie das überhaupt erzeugen können.

Ausserdem können SängerInnen, die sehr oft singen und intensiv mit ihrem Stimmorgan arbeiten, besonders betreffend Stimmgesundheit nachhaltig profitieren.

Ist CVT Genre-abhängig?
Es ist völlig egal, in welchem Genre du zu Hause bist. Im Rahmen der CVT wird nicht an Musikalität gearbeitet, es sei denn, es wird explizit gewünscht. Grundsätzlich geht es aber um die gesunde Produktion vom gewünschten Klang oder Effekt.

Wie ist CVT aufgebaut und was sind die Lernschritte für eine(n) AnfängerIn.
CVT ist wie folgt aufgebaut:

  1. Die drei Grundprinzipien: Stütze, notwendiger Twang und Lippenspannungen bzw. vorgeschobenen Unterkiefer vermeiden.
  2. Die vier Vocal-Modes: Neutral, Curbing, Overdrive und Edge
  3. Klangfarben
  4. Effekte: Vibrato, Growl, Distortion, Schreie etc.
  5. Interpretation, Improvisation, Rhythmik

Der erste Schritt für eine(n) AnfängerIn ist, die drei Grundprinzipien zu lernen. Diese bilden die Basis des Gesangs, egal in welchen Modes gesungen wird und unabhängig von der Musikrichtung.

Was sind die Vorteile, wenn man CVT in einem Gruppenworkshop lernt?
Ich liebe Gruppenunterricht!

Viele haben das Gefühl, dass man sich in einer Gruppe schämen muss, wenn man weniger gut ist als andere. Das macht Gruppenunterricht verständlicherweise sehr unangenehm. CVT unterscheidet aber grundsätzlich nicht zwischen gut und schlecht, sondern nur zwischen weit und weniger weit. Wenn du etwas noch nicht kannst, dann ist das nur, weil du es noch nicht genug geübt hast. Dieses Prinzip schafft eine konkurrenzfreie und unterstützende Atmosphäre.

In einer Gruppe lernt man zudem, dass andere mit den gleichen Problemen kämpfen und findet so Unterstützung, Freunde und Leidensgenossen. Die TeilnehmerInnen können sich gegenseitig motivieren und es entsteht eine positive Dynamik, die im Rahmen von Einzelunterricht nicht vorhanden wäre. Man kann zusehen, wie die Lehrperson mit anderen arbeitet, so werden Nuancen hörbar. Das macht neugierig und  Lust, es auch auszuprobieren.

Wieviele Workshops müsste ich besuchen, um diese Technik zu beherrschen?
Das kommt natürlich wie immer darauf an, wie viel man üben kann. Um so mehr gewisse Abläufe repetiert und verinnerlicht werden, um so mehr Fortschritte kann man verbuchen. Ebenfalls ist eine positive Einstellung beim Üben wichtig. Sich von Fehlern nicht allzu sehr beeindrucken und runterziehen zu lassen, ist für ein effizientes Vorwärtskommen sehr wichtig. Auch das üben wir während des Workshops!

Du kannst dich ab sofort für einen Workshop mit Nicole Tejada anmelden!

Workshop Details und Anmeldung