Der Grund, warum wir uns bei Instrumentor gemeinsam mit allen Lehrpersonen für dein Wohlbefinden im Musikunterricht mit Leib und Leben einsetzen, ist unverhohlene Nächstenliebe: Es wäre unfair, wenn du nie erfahren könntest, wie wahnsinnig geil es ist, Musik zu machen. Ganz speziell vor Publikum.


TL;DR: Selbst der beste Musikunterricht garantiert dir keine Konzerte. Nur ohne Berührungsängste mit Social Media kannst du dich als Künstler selber promoten und aus der Masse herausstechen. Das Gefährlichste an der Sache ist, sich nicht damit zu befassen.


Wir wollen also, dass du so viele Konzerte geben kannst, wie nur irgendwie möglich. Dass wir dir mit der passenden Lehrperson den besten Instrumentalunterricht des Universums zu vermitteln versprechen, bringt dich allerdings noch nicht auf die Bühnen dieser Welt. Ohne Zweifel: Du lernst bei uns ein Instrument wirklich zu spielen und kannst damit die Massen aus den Socken hauen – wenn du die Massen vor dir hast. Nebst deinen wilden Skills auf deinem Instrument oder mit deiner Stimme brauchst du also ein Publikum, damit deine Aufführungen sich wie Konzerte anfühlen. Und genau das ist ein Problem. Denn in der Umgebung läuft sogar im allerschlechtesten Fall mindestens noch ein Alternativprogramm zu deinem Konzert, und selbst wenn deine Musik direkt ins Tanzzentrum schiesst und die Leute durchdrehen, werden deine potenziellen Fans nicht nur in deiner Nachbarschaft wohnen.

Etwa so ist die Startposition für Bands in den Anfängen:

Foto Bildlegende: Die erschreckend schmale Schnittmenge zwischen Freizeitangebot und Publikum, in der deine Konzerte stattfinden.

Erfahrene Musiker und alle unsere Eltern wissen es: Obige Darstellung bildet leider Gottes die harsche Realität der Nicht-Prominenz ab. Und bevor es das Internet überhaupt, aber vor allem ordentliche Bandbreiten und diverse Aufnahme- und Abspielgeräte, gab, hiess das, dass nur ein Guru das potenzielle Publikum erfolgreich beschwören und zu deinen Auftritten locken konnte. In der alten Welt vor dem Web 2.0 waren die Plattenfirmen diese Gurus. Noch in den 90ern musstest du als Künstler einen Plattendeal haben, um mit deiner Musik mehr Leute als gerade deine Mitbewohner erreichen zu können. Weil, ohne Kontakte kam man nirgends hin, wo andere Leute auch hingingen, und die Box mit den Kontakten stand blicksicher verstaut bei den Labels im Schränkli. Heute ist sicher nicht alles, aber mindestens einiges deutlich anders. Vor allem kannst du heute ohne Plattenfirma im Hintergrund – zumindest im Prinzip – problemlos Milliarden von Leuten erreichen und dir Deals krallen. Eben, weil diese exquisiten Kontakte genau wie du sich auf Facebook tümmeln, tweeten, einen Account bei Google+ führen oder sich mit Snapchat Nudies – entschuldige: Selfies – schicken. Und auch, weil sie froh sind, sich das Geld für den Mittelsmann sparen zu können.

In der Kontroverse über Fluch und Segen des Internets hat sich die Musikbranche sicher nicht als Innovator einen glänzenden Ruf gemacht. Nicht einmal als Early Adopter. Als Musiker gehört es oft immer noch irgendwie zum guten Ton, das Internet wegen der Piraterie darin kategorisch zu verteufeln. Wenigstens gibt es unter den geneigten Pionieren auch äusserst prominente Vertreter und entsprechende Erfolgsmodell: Beispielsweise Radiohead (ihr Album In Rainbows konnte man gratis runterladen – wie übrigens auch das von unserm Gitarren- und Gesangslehrer Chregi Müller aka The Fridge), Taylor Swift (sie nutzt die YouTube-Mitschnitte vergangener Konzerte, um sich exklusive Überraschungen für das nächste auszudenken und so jedes Konzert trotz tausender Mitschnitte einzigartig zu machen) und natürlich U2 (ein Blick in die Blogosphäre der vergangenen Woche sagt alles).

Sicher – wir haben grad von absoluten Giganten im Music-Biz geredet. Aber sind die Internethebel wirklich nur Superstars vorbehalten? Kannst du als Newcomer grundsätzlich nicht von diesen Kanälen profitieren? Ist es komplett vermessen, jene Dinge zu probieren, die bei den Grossen die Leitungen zum Glühen bringen, und auch noch dem Publikum davon zu erzählen – oder es sogar als Teaser für Medienberichterstattung zu nutzen? ÜBERHAUPT NICHT. Es sei denn, du willst um jeden Preis allen Anderen den Vortritt lassen. Dann, bitte sehr. Aber wem ein wenig an Resonanz gelegen ist, sollte sich unbedingt hinsetzen und lange über die Möglichkeiten im Netz nachdenken. Denn das schleckt nun mal keine Geiss weg: Mit einem Videoclip auf YouTube, zum Beispiel, ist deine Musik für jeden Menschen dieser Welt nur einen einzigen Klick entfernt. Das ist genauso weit weg wie der neueste Clip von JLo oder das Video zur Saisoneröffnung von Lionel Bringuier in der Tonhalle. Es war tatsächlich nie leichter für die Menschheit, an deine Songs zu kommen. Und es war nie leichter für deine Songs, an die Menschen dieser Welt zu kommen.

Ein guter Teil unserer Lehrpersonen hat mindestens ein Stück für die Welt auf YouTube deponiert, was du alles auf unserm YouTube-Channel versammelt findest. Dort findest du Ideen, wie andere Musiker mit mehr oder weniger eingeschränktem Budget sich einem weltweiten Publikum zur Verfügung stellen. Wir empfehlen dir zur Motivation für dein eigenes Projekt diese 4 Clips mal anzugucken:

  • Flieder (bestehend aus unseren Lehrpersonen Thomas Böhm an der Gitarre und Thomas Troxler an den Drums) haben jüngst ein Video vom Song „Lost Part II“ veröffentlicht. Einfach und einfach fantastisch.
  • Das Kaleidoscope String Quartett (mit unseren Lehrpersonen Ronny Spiegel und Simon Heggendorn an den Violinen) hat sich um einen ordentlichen Live-Mitschnitt von ihrem Auftritt im Exil vom April 2011 gekümmert, und der Track „Groovy“ kann dank dieser Massnahme an jedem Winkel der Erde mit Internetverbindung in bester Bild- und Tonqualität genossen werden.
  • Kenju (mit Lehrperson Nuél Schoch an der Front) ist natürlich immer für eine umwerfende Überraschung gut. Der Clip ihrer Single-Auskopplung „Egocentrix“ vom neuen Album ist das musikalische Äquivalent zum Smart-Slogan „Reduce to the max“.
  • Looking For Alice (mit Lehrperson Carla Fellinger am Gesang) haben sich für eine unplugged-Version ihres Songs „A Different Kind“ entschieden und dann einfach die Kamera drauf gehalten.

Wenn du statt Clips einfach Aufnahmen hast, sollten dir SoundCloud, Spotify oder Bandcamp nicht unbekannt sein. Und weil alle diese Dienste den sozialen Aspekt des Teilens so wahnsinnig stark ins Zentrum rücken, solltest du von diesen Möglichkeiten profitieren und dir einen Facebook-Auftritt (als professionelle Seite anstatt als persönliches Profil) und allenfalls einen Twitter-Account zutun. Überleg dir, ob und wie du Instagram, Pinterest, Vine oder Snapchat für deine Promotion nutzen kannst.

Natürlich gibt es noch einen Haufen anderer Möglichkeiten – und genauso natürlich musst du nicht jeden einzelnen Kanal durchnudeln, um an deine Ziele zu gelangen. Es scheint nur wichtig, immer wieder zu betonen, dass soziale Medien dir als Künstler den Zugang zum Publikum wesentlich erleichtern, dir aber auch ein ganzes Stück Eigenverantwortung in die Hand legen, was deine Karriere betrifft. Denn du musst nicht nur Content zur Verfügung stellen, sondern auch eine Strategie haben, wie dein Content zu deinen potenziellen Fans kommt. Gottseidank hast du ein enormes Selbstbestimmungsrecht und die Möglichkeit, jederzeit das Ruder in eine andere Richtung zu drücken. Du hast ein Rundum-Cockpit mit Hebeln und Schaltern zur Verfügung, und das einzige, was deine Maschine mit Sicherheit nicht zum Abheben bringt, ist die Hände von allem zu lassen.

Hast du Erfahrungen gemacht als dein eigener Promoter? Fährst du seit Jahren eine erfolgreiche Strategie? Hast du irgendwann ganz hart den Karren gegen die Wand gefahren? Hinterlasse deine Story und teile deine Erfahrungen mit der Instrumentor-Community!

Titelbild: http://www.gratisography.com