Wir wollten wissen, was unsere Lehrpersonen als Musikerinnen und Musiker dorthin gebracht hat, wo sie heute stehen. Dazu haben wir ihre Profile unter die Lupe genommen und dir 5 enorm hilfreiche Tipps herausgesucht.

Soviel sei vorab schon verraten: Es gibt keine Abkürzungen, aber es ist auch nie zu spät!

„Am Besten wähslt du Songs, die dir persönlich gefallen, aber deine Fähigkeiten nicht überfordern.” (Deborah Handschin)

Es ist absolut nichts falsch daran, sich das Üben zu erleichtern. Tatsächlich wird Freude an der Sache von unseren Lehrpersonen sogar noch häufiger genannt als Disziplin, wenn man Fortschritte machen will. Das richtige Lied zu wählen, erfordert aber auch eine sorgfältige Selbsteinschätzung: Was hast du wirklich intus und wie weit reicht dein Ehrgeiz? Sei selbstkritisch bei dem, was du tust, und realistisch bei dem, was du als nächstes zu erreichen gedenkst. Aber es sind trotzdem die noch nicht erreichten Ziele, die einem zum Fortschritt antreiben. Darum: Gross träumen und dann Schritt für Schritt vorangehen.

„Auftritte sind etwas Wichtiges – ich möchte dich ermuntern, dir immer wieder ein Publikum zu suchen.” (Anja Loosli)

A propos „Ziele setzen“: Ziele (und ganz allgemein Strukturen wie klare Zeitvorgaben für Übungen oder bestimmte Passagen) helfen dir, deinen Fortschritt messbar zu machen und die Motivation oben zu halten. Ein Ziel wird es in vielen Fällen sein, dass du vor Publikum performst. Ob das nun deine WG, dein Freundeskreis oder ein fremdes Publikum ist – auf ein konkretes Ziel hinzuarbeiten, hilft dir beim Fokussieren und spornt dich an. Wer ausserdem schon vor Publikum gespielt hat, weiss, wie euphorisierend Beifall ist; der Beifall einer einzigen Person ist da nicht anders als der von Tausenden.

„Lieber einen falschen Ton mit voller Inbrunst von sich geben als in gehemmt-korrekter Farblosigkeit zu versanden.“ (Sandro Lamparter)

Egal, ob du auf klassische Musik oder Rock stehst, Violine spielst oder singst, lieber ab Blatt liest oder improvisierst – einem Instrument entlockst du Musik nur mit Emotionen, ansonsten häufst du einfach Töne an. Dazu muss man einfach etwas wagen. Um herauszufinden, mit welchen Emotionen du dich am wohlsten fühlst, ist es am besten, der Überei so unbeschwert und spielerisch wie möglich zu begegnen. Sei gelassen und humorvoll, neugierig und leidenschaftlich – und fürchte dich vor allem nicht davor, „Fehler“ zu machen.

“Wenn du mit Ausdauer bei der Sache bist, machst du immer Fortschritte.” (Christian Spahni)

Dieser Punkt musste ja kommen: Nichts passiert von heute auf morgen. Disziplin beim Üben ist die bittere Pille, die direkt mit dem Musikinstrument mitgeliefert wird. Selbst das allergrösste Talent muss irgendwann die Ärmel nach hinten krempeln und sich reinknien. Allerdings darfst du dich ruhig darauf verlassen, dass dein langer Atem belohnt wird: Was immer du mit deinem Körper am Instrument steuerst, wird von deinem Gehirn aus dirigiert – und die Befehle kommen nicht nur schneller, sondern auch genauer, je öfter du sie trainierst. Das heisst im Umkehrschluss aber auch, dass du dir Fehler beibringen kannst, die nur mit grosser Mühe wieder korrigiert werden können. Wenn du also schon regelmässig und ausdauernd übst, sei dabei grad auch noch konsequent genug, bei einem Fehltritt sofort innezuhalten und den Ablauf korrekt zu wiederholen.

 „Ich sass immer auf den Staubsauger, als meine Mutter das Haus putzte, und nahm den Ton ab.” (Annakin)

Tonleitern und Rhythmus- oder Koordinationsübungen sind weiss Gott nicht immer das Grösste. Aber eben. Praktischerweise ist es dir nicht verboten, deine Übungen so aufzusetzen, dass sie dir nicht nur am wenigsten Leid bescheren, sondern im Gegenteil am meisten Spass machen. Deine Effizienz und Zufriedenheit wird raketenartig durchs Dache gehen, wenn du beim Üben nicht ständig darüber nachdenken musst, wie sehr dich das Üben doch anödet. Mit einem wachen Geist findest du in deinem Alltag etliche Gelegenheiten, deine Fähigkeiten zu trainieren – und was du im Hinblick auf deine musikalischen Skills machst, darfst du ruhig als „üben“ verbuchen: Singe Intervalle zum Ton der Kaffeemühle im Laden, gib mit dem Fuss einen Takt vor, während du schön tight das Altglas in den Container schmeisst, massiere mit Fingerübungen fürs Klavier den Rücken deiner Freundin.

Immer wieder schreckt man vor dem riesigen Graben zurück, der zwischen einem selber und seinen Idolen klafft. Und während du dich zweifellos mit aussergewöhnlichen Menschen mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten vergleichst – oftmals reicht bereits ein kleines Stück Wille, um dich schon einen gigantischen Schritt voranzubringen. Wir wünschen dir auf deinem Weg weiterhin viele Erfolgserlebnisse und Freude und freuen uns, dich auf deinem musikalischen Weg zu begleiten!