Es gibt etwa zwei patente Rezepte, um ein Instrument richtig gut zu beherrschen. Option 1: Man übt wie irre. Option 2: Man macht einen Deal mit dem Teufel und erhält gegen die eigene Seele irre Skills. Gern zitierte Vertreter von Option 2 sind Goethes Faust, der per Tauschhandel von Mephistopheles Antworten auf brennende philosophische Fragen bekam, und Robert Johnson. Wer im Blues nicht zuhause ist und darum keine Ahnung hat, von wem da die Rede ist: Johnson war ein Bluesgitarrist in der Umgebung von Memphis in den Anfängen 1900er, der als mediokrer Gitarrero in der Versenkung verschwand und schlappe zwei Jahre darauf ein so fantastisches Comeback feierte, dass Keith Richards von den Rolling Stones Jahre später beim ersten Mal Hören meinte, auf der Aufnahme zwei Gitarren zu hören.

Da darf man natürlich stutzig werden – zumal der Autor Malcom Gladwell eine konkrete Antwort auf die ewig währende Frage nach „Wie viel Übung brauchts wirklich?“ gab und für sein Buch ausrechnete, dass Experten (auf jedem Gebiet, notabene) mindestens 10’000 Stunden in ihr Können gesteckt hatten. 10’000 Stunden ist wirklich viel Zeit: Hätte Johnson als Greenhorn angefangen und in diesen zwei Jahren Auszeit nicht mit dem Teufel abgemacht, sondern seine 10k Stunden abgearbeitet, er hätte täglich dreizehneinhalb Stunden hinter der Klampfe verbracht. Und wenn er gerne sonntags auf der faulen Haut gelegen hätte, wäre sein Tagespensum auf 16 Stunden angeschwollen. Und sogar, wenn er sich zehn Jahre Zeit genommen hätte: Das wären immer noch über drei Stunden, JEDEN Tag.

Die Moral von der Geschicht ist klar: Ohne zu üben wird niemand richtig, RICHTIG gut. Es wäre jetzt nur konsequent, wenn dafür die Fleissigsten belohnt würden, ihre Plackerei hinter den Notenblättern also über kurz oder lang (na gut, nur über lang) zum Mega-Erfolg führte. Eine Anfangs dieses Jahres veröffentlichte Studie hat dieser Illusion aber teilweise den Garaus gemacht: Die vielfach auf Blogs zitierte (und hier gut verständlich wiedergegebene) Studie kam zum Schluss, dass einem all das Üben dieser Welt nichts nützen wird, wenn nicht schon von Beginn weg die richtigen Gene dem Projekt ihren Segen geben. Mit anderen Worten: Das individuelle Erbmaterial sorgt dafür, dass nicht eines Tages alle auf der Welt Rockstars oder Piano-Solistinnen sind.

Vielleicht hat Robert Johnson realisiert, dass seine genetische Veranlagung nicht in die Musikwelt wies und sich darum für den Highway to Hell entschieden. Glücklicherweise ist es nicht erforderlich, dermassen radikal an die Sache heranzugehen: Zwischen dem blutigen Anfänger und dem absoluten Könner liegt ein enormes Feld, das allen offen steht, die ihr Instrument diszipliniert genug üben, um ihre Freude daran zu entdecken und wo zur Belohnung ein guter Teil der Übung im intrinsisch motivierten Spiel geschieht; das Instrument zu spielen wird dann zum Selbstzweck. Denn so viel steht fest: Sänger und Instrumentalistinnen betätigen sich beide körperlich. Das heisst, sie müssen die relevanten Muskelgruppen regelmässig und kontinuierlich trainieren, um präzise und mit dem notwendigen Ausdruck performen zu können – da helfen einem auch die besten Gene nicht vollständig drum herum. Um Musik machen zu können, muss man das Instrument beherrschen.

Ob man es als Musiker durchs allerletzte Nadelöhr in die samtig ausgebettete Kristallschale der Allererlesensten schafft, liegt nun wohl leider jenseits des eigenen Willens. Bis zu diesem Punkt jedoch profitieren die Beflissenen und Determinierten klar mehr. Ob du Ray Charles folgen willst, der dir breit grinsend ohne festgelegte Dauer eine tägliche Dosis von einer Stunde empfiehlt, oder Malcom Gladwell, der dich frühestens nach 10’000 Stunden und einem anerkennenden Schulterklopfer entlässt – „Übung ist key“, wie der Marketingmensch sagen würde. Und es ist wichtig, dir ein Umfeld und eine Routine zuzulegen, in der du bestmöglich üben kannst.

Weil du bis zu einem gewissen Grad auch für deine Lehrperson und deren Anerkennung übst, lohnt es sich unserer Meinung nach besonders, jemandem auszusuchen, der oder die dich versteht und gezielt so fördern kann, sodass du deine eigenen Ziele stets vor Augen behalten kannst. Darum setzen wir uns dafür ein, dass du bei der für dich besten Lehrperson unterkommst, die wir dir bieten können. Zu diesem Zweck arbeiten wir mit verschiedenen Lehrpersonen pro Instrument und Ort zusammen und bieten dir ein attraktives Preismodell, das verhindert, dass du dich auf der Suche nach einer Mentorin oder einem Mentoren ruinierst. Denn niemand kann Spass beim Instrumentenunterricht haben, wenn dafür im Kühlschrank gähnende Leere herrscht. Das ist erst als gestandener Musiker sexy.