Als ich vor noch nicht allzu langer Zeit bei einer Bandprobe eines Schlagzeugschülers von mir zuhörte, stellte ich fest, dass dieser die Felle an seinem Schlagzeug seit dessen Kauf noch nie gewechselt hat. Dementsprechend klangen sie stumpf, flach und hatten jegliche Resonanz verloren.
Als noch relativ unerfahrener Schlagzeuger ist es sehr schwierig, den richtigen Zeitpunkt fürs Fellwechseln zu eruieren – anders als z.B bei der Gitarre, wo man die Saiten meistens erst dann wechselt, wenn sie reissen. Schlagzeugfelle kann man fast nicht zerstören und auf jeden Fall sollte man sie vorher ersetzen!
Dieser Blogbeitrag soll anhand weniger Indikatoren erklären, wann es Sinn macht, Schlagzeugfelle zu wechseln. Da jeder Drummer seine eigenen Tricks hat, habe ich auch andere erfahrene Schlagzeuger zu diesem Thema befragt. Die Antworten waren alle sehr ähnlich.

Die Felle am Schlagzeug sollten ersetzt werden wenn

  • Ein Studiobesuch ansteht
    Alle sind sich einig, dass die Felle vor einem Studioeinsatz sowieso ersetzt werden müssen, weil man im Studio den bestmöglichen Sound erreichen will, was nur mit neuen Fellen möglich ist.
  • Dellen sichtbar sind oder die Beschichtung schwindet
    Am einfachsten ist es, sich auf äussere Abnutzungserscheinungen der Felle zu achten. Dellen oder auch Abnutzungen der Beschichtung am Fell sind Anzeichen dafür, dass der Sound nicht mehr optimal ist.
Dellen
Dellen
Beschichtung weg
Beschichtung weg
  • der Sound nicht mehr stimmt
    Mehr Erfahrung braucht man, um zu hören, wenn die Felle nicht mehr gut klingen. Dazu können folgende Adjektive behilflich sein: Die Trommel tönt „müde“, „kalt“, „plastikartig“, „tot“, „flach“, „blechig“ oder die Resonanz der Trommel schwindet.
  • die Felle nicht mehr stimmbar sind
    Wenn die Felle soundmässig nicht mehr auf unterschiedliche Spannungen der Schrauben reagieren.

Grundsätzlich werden Schlagzeugfelle zu wenig ersetzt, weil der richtige Zeitpunkt nicht erkannt wird. Es lohnt sich darum, dieses Thema auch im Schlagzeugunterricht anzusprechen, denn ein guter Sound ist motivierend!

Vielen Dank für die Mithilfe Lukas Mantel, Francesco Gasparini und Peter Haas.